P&R-Insolvenz

Chronologie und Folgen
der P&R-Insolvenz für den Anleger!

Im März 2018 stellte P&R, Anbieter von Schiffscontainern, Insolvenzantrag. Seitdem entwickelt sich die Insolvenz der Grünwalder P&R-Gruppe zum einem der größten Anlage-Skandale der Finanzgeschichte in Deutschland - eine Milliarden-Pleite. P&R hat den Anlegern Schiffs-Container verkauft, um diese dann weiterzuvermieten. Fünf Jahre später sollte der Rückkauf der Container durch P&R erfolgen. Für diese Zeit war eine Rendite von 5% vor Steuern veranschlagt. Statt 1,6 Mio. Container von den 3,5 Milliarden Euro der 54.000 Anleger zu kaufen, wurden aber nur ca. 600.000 Container von P&R beschafft. Rund eine Million Container gibt es nach heutigem Kenntnisstand nur auf dem Papier!
Welchem Anleger welcher Container tatsächlich gehört, ist äußerst schwierige festzustellen!

Durch Beschluss des Amtsgerichts München vom 24. Juli 2018 wurden die Rechtsanwälte Dr. Michael Jaffé und Dr. Philip Heinke (beide Kanzlei JAFFÉ Rechtsanwälte) als Insolvenzverwalter der verschiedenen P&R-Gesellschaften bestellt und in den Gläubigerversammlungen am 17. und 18.10.2018 in der Münchner Olympiahalle bestätigt.

Die Insolvenzverwalter ließen bereits vor einiger Zeit verlauten, dass im Geschäftsmodell von P&R schon im Jahr 2007 eine Finanzierungslücke entstand, die danach im Laufe der Jahre immer größer wurde. Die Containermieten, die an die Anleger ausbezahlt wurden, konnten nur mit den Geldern neuer Anleger finanziert werden. Die Anleger üben daher Kritik an der Finanzaufsicht Bafin, die über Jahre nicht tätig wurde. Das ganze große Containergeschäft war nichts anderes als ein klassisches Schneeballsystem!

Die Anleger müssten sich nun in Geduld üben. Insolvenzverwalter Jaffe erklärte schon auf den Gläubigerversammlungen im Herbst 2018, dass die Container von den Anlegern nicht auf eigene Faust verkauft werden sollten. Um nicht weitere Werte zu vernichten soll die Vermietung der vorhandenen Container fortgeführt werden. Erste Zahlungen an die Gläubiger könnte es frühestens 2020 geben. Die Höhe der Mieteinnahmen ist jedoch von dem sehr volatilen Containermarkt abhängig.

Allerdings stehen eventuellen Zahlungen auch noch Risiken gegenüber: Es ist nicht auszuschließen, dass die P&R-Anleger als Eigentümer der Container für ausstehende Steuern oder Forderungen aus Versicherungen, Standmieten, Container-Reparaturen etc.,etc., haftbar gemacht werden. Um diese und andere Risiken zu minimieren, ist dringend ein Zusammenschluß der geschädigten Anleger zu empfehlen. Fordern Sie hier kostenlos Informationen an.

P&R-Gründer Heinz Roth kooperierte zunächst mit den Insolvenzverwaltern. Nach seiner Verhaftung im September 2018 versuchte er aber Zugeständnisse wieder rückgängig zu machen. Inzwischen versucht P&R-Gründer Heinz Roth nach Informationen des "manager magazin", Vermögenswerte dem Zugriff der Insolvenzverwalter zu entziehen. Roth habe sein Eigentum an seiner Villa im Münchner Nobelvorort Grünwald bereits an seine Ehefrau übertragen. Roth gibt laut den Insolvenzverwaltern an, über ein Vermögen "zwischen zehn und 13 Millionen Euro" zu verfügen. Zweifel an dieser Aussage sind auf jeden Fall angebracht.

Informative Videos der Sendung Frontal 21 (ZDF)

Anlageskandal P&R
Rund 54.000 Anleger hatten mehr als drei Milliarden Euro in Schiffscontainer aus Stahl investiert. Für viele war das die Altersvorsorge.
>> Zu den Videos in der ZDF-Mediathek

Achtung 18.04.2019 Terminsache Forderungsanmeldung!

Für alle Anleger, die ihre Forderungen in dem Insolvenzverfahren über das Vermögen von Herrn Heinz Roth (Az.: 1542 IN 3055/18) noch nicht angemeldet haben, läuft die Anmeldefrist zur Insolvenztabelle am 18.04.2019 ab!

Dabei ist zu beachten, dass sowohl die

  1. Forderungen aus dem Kauf der Container gegen die jeweilige P&R-Gesellschaft,
  2. als auch die deliktischen Schadensersatzansprüche gegen Herrn Roth, rechtlich begründet sein müssen.

Hier verlangen die Gerichte mittlerweile detaillierte Begründungen.

So sind die anspruchsbegründenden Pflichtverletzungen bei der Zeichnung des Kaufvertrags für die Container sowie die Kausalität des Schadens am Einzelfall darzulegen.
Um zu vermeiden, dass dem Schuldner auf seinen Antrag hin u. U. die Restschuldbefreiung gewährt wird, ist es zudem erforderlich, die Forderung explizit als sog. unerlaubte Handlung darzulegen und zu begründen.
Die Anmeldung und Begründung der Ansprüche erfolgen am besten durch einen Rechtsanwalt.

Bitte beachten Sie, dass die hier relevanten Ansprüche nicht vom Insolvenzverwalter für Sie geltend gemacht werden.

Falls noch nicht erfolgt, besteht also dringender Handlungsbedarf, da am 18.04.2019 die Anmeldefrist abläuft!

Fakten

  • Insolvenzanmeldung im März 2018.
  • Fünf P&R-Container Gesellschaften sind insolvent.
  • Die P&R Equipment & Finance Corp. (AG) in der Schweiz ist noch nicht insolvent.
  • Circa 54.000 P&R-Anleger von der Insolvenz betroffen.
  • Schaden für die Anleger ca. 3,5 Milliarden Euro.
  • Statt 1,6 Mio. Container wurden nur ca. 600.000 Container von P&R beschafft!
  • Wieviel Container nach der Insolvenz tatsächlich noch vorhanden sind, wird gegenwärtig geprüft.
  • Der Insolvenzverwalter hat in den Gläubigerversammlungen am 17. und 18.10.2018 auf verschiedene Chancen und Risiken in der Zukunft für die P&R-Anleger hingewiesen. So ist nicht auszuschließen, dass die P&R-Anleger als Eigentümer der Container von den Gläubigern in Anspruch genommen werden.
  • Die erste gerichtliche Gläubigerversammlung (Berichtstermin) fand am 17. und 18. Oktober 2018 in München statt. Daran haben mehr als 4.500 stimmberechtigte Gläubiger teilgenommen.
  • Durch Beschluss des Amtsgerichts München vom 24. Juli 2018 wurden die Rechtsanwälte Dr. Michael Jaffé und Dr. Philip Heinke (beide Kanzlei JAFFÉ Rechtsanwälte) als Insolvenzverwalter der verschiedenen P&R-Gesellschaften bestellt und in den Gläubigerversammlungen am 17. und 18.10.2018 bestätigt.
  • Der Firmengründer Heinz Roth sitzt seit Ende 2018 in Untersuchungshaft.
  • Heinz Roth werden von der Staatsanwaltschaft 414 Fälle des gewerbsmäßigen Betrugs und 12 Fälle der Steuerhinterziehung vorgeworfen.
  • Heinz Roth wird in den Strafverfahren durch die Strafrechtler Werner Leitner und Norbert Scharf vertreten.
  • Am 08.03.2019 hat das Insolvenzgericht in München das Verfahren über das Privatvermögen des Gründers der P&R Container Gruppe, Heinz Roth, eröffnet.